Um Normalitäten und Strukturen in meinem Leben zu bekommen habe ich erst einmal ein Fitnesscenter ausfindig gemacht, damit ich mich neben den ganzen Meilen die ich täglich laufe oder mit dem Bus fahre mich noch anderweitig auspowern kann.Gesagt getan, ich habe mich dann in einem community center erst einmal für einen Monat angemeldet. Es ist wirklich sehr preiswert und kann eben monatlich neu abgeschlossen werden, so dass ich jederzeit wieder aussteigen kann, denn wer weiß schon wo ich mich in 3 Monaten befinden werde. Zusätzlich dazu werde ich am Donnerstag ein Probetennisspiel besuchen, in der Hoffnung Kontakte zu knüpfen mit denen ich dann auf die öffentlichen Plätze gehen kann. Die gibt es hier wirklich wie Sand am Meer, aber wie gesagt ohne Gegenspieler ist das Spiel sinnlos.
Da die Ausgaben sehr hoch sind, was nicht nur daran liegt das Vancouver eine sehr teure Stadt ist, sondern auch das ich derzeit zu viel Zeit habe um Geld auszugeben muss eine neue Arbeitsstelle gefunden werden. Einige Bewerbungen habe ich schon per Email versendet auf dessen Antwort noch gewartet wird. Aber wie sagen die Kanadier doch immer so schön "be patient". Aber Geduld haben die Deutschen nicht.... was sie wollen wollen sie am liebsten sofort. Aber ok ich fange ja auch gerade erst an. Eine Begegnung "face to face" ist in diesem Fall eh vorteilhafter, so dass ich heute mein erstes interview auf Granville Island geführt habe. Zu denken man könne hier in seinem gelernten Beruf in meinem Fall als Industriekauffrau arbeiten ist wohl eher schwierig, da die Erfahrungen hier nicht anerkannt werden. Aber Sinn des Jahres ist ja auch, mal etwas ganz anderes auszuprobieren. Auf Granville Island wird ein neuer Markt eröffnet, dh. ein Restaurant zusätzlich mit verschiedenen stores und ich habe mich als sales clerk vorgestellt.
Das Interview verlief wirklich ganz gut. Es war in einem Raum wo mehrere Bewerbungsgespräche gleichzeitig geführt wurden und das natürlich auf Englisch. Anfangs war es echt schwierig sich auf das Gespräch zu konzentrieren, da ich von links, rechts von allen Seiten mithörte.
Ich sagte mir konzentriere Dich und vergiss die anderen und konzentriere Dich nur auf Deinen Gegenmann. Und sieh da es hat funktioniert. Ich habe mich schnell in das Gespräch vertieft und ich denke, ich war überzeugend, zumindest sagt es mir mein Gefühl. Was dabei rauskommt werden wir dann in der nächsten Woche erfahren. Deutsch und Englisch sprechen zu können ist in diesem Fall von Vorteil und wurde wirklich gern gesehen, weil Granville Island ein Anziehungspunkt für viele Touristen ist und ich selbst schon sehr viele Deutsche getroffen habe. Es würde mich zwar wundern, wenn es bei dem ersten interview klappen würde, aber es würde mich freuen, da ich mir diesen Ort als Arbeistplatz sehr gut vorstellen könnte. Aber wie gesagt "be patient" !!!
Neben der Jobsuche gab es natürlich auch wieder Unternehmungen. Da am Montag ein Mitbewohner des Hauses zurückfliegen wird nach germany sind wir noch zusammen in eine Bar gegangen und haben ganz gemütlich etwas getrunken. Da die Uhren in Kanada anders ticken bekamen wir gegen 1 am die letzt Runde und es hieß wie are closed pretty soon. Jap....wo andere Menschen gerade erst vor die Türe gehen heißt es hier "sweet dreams" aber so ist es andere Länder andere Sitten.
Da kann man wenigstens sicher sein, dass der Schlaf nicht zu kurz kommt. Am Samstag wurde ein Europafest organisiert. Viele Länder waren vertreten und landestypische Sachen wie Essen, Trachten Tänze präsentiert. Wir waren mit einer deutschen Truppe unterwegs und Höhepunkt war dann der Besuch des Bierzeltes wo es Krombacher gab. Leider nicht als Radler aber ok....man kann ja nicht 100 % deutsch wollen. Es war ein wirklich ein sehr schöner Tag und am Abend sind wir dann noch nach Gastown in die spaghetti factory gefahren und haben ein gemeinsames Dinner genossen.Da es an diesem Samstag Abend noch mehrere Menschen gab die die gleiche Idee hatten das Restaurant zu besuchen gab es eine lange Schlange und die Wartezeit betrug 45 Minuten, aber ok es hat sich wirklich gelohnt. Es gab ein 3 Gängemenü und das Preis/Leistungsverhältnis ist wirklich gut, so dass ich dieses Restaurant nur weiterempfehlen kann und spazieren gehen kann man in dieser Gegend auch ganz toll. Nach dem Dinner haben wir dann noch die Aussicht bei Nacht am Canada Place genossen, haben gequatscht und einige Fotos geschossen. Es war wirklich ein wunderschöner Tag zumindest bis zu diesem Zeitpunkt.
Eine andere Erfahrung die ich an diesem Abend machen musste war die auf die Hastingsstreet.
Diese Strasse hatte ich bereits zuvor erwähnt und es ist ein Viertel wo sich Hunderte von Drogensüchtigen und Obdachlosen aufhalten. Die Menge ist kaum zu beschreiben und da ich in dieser Nacht in einem job mal reinschnuppern wollte, musste ich unglücklicherweise diese Strasse überqueren. Das Probearbeiten ist dann auch noch geplatzt.Aber ehrlich gesagt bin ich ganz glücklich darüber, denn wenn ich mir vorstellen würde jeden Abend diese Strasse zu überqueren,
würde ich vor lauter Angst einen Herzinfarkt bekommen, und das ist ja nicht Sinn des Jahres.
Glücklicherweise hatte mich ein Taxifahrer auf der Strasse dann doch noch mitgenommen, weil die Angst wahrscheinlich in meinem Gesicht zu sehen war. In Zukunft werde ich diese Gegend meiden. Es ist nicht so dass die Leute einen ansprechen aber die "Rocky Horror picture show" ist nichts dagegen. Aber auch diese Seite sollte in Vancouver wahrgenommen werden, auch wenn es keine schöne Erfahrung ist.
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